Experten für Optimy: im Gespräch über interne Sponsoring Aktivierung

Hier bei Optimy teilen wir gerne Ideen und Inspirationen darüber, wie Sie das Beste aus Ihren Sponsoring- oder Förderungsaktivitäten herausholen können. Warum sollten wir uns dazu nicht auch Spezialisten aus diesem Bereich ins Boot holen? Heute übergeben wir das Wort an Joachim Lange, der mit uns seine Sicht auf die Bedeutung interner Sponsoring Aktivierung teilt. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet weiß er genau, dass Sponsoring kein reines Marketinginstrument ist.

Damit übergeben wir an Joachim:

Als Marketingdisziplin hat Sponsoring in den letzten zwanzig Jahren ein erhebliches Wachstum erlebt. Mitte der 90er, als ich in die Branche eingestiegen bin und verantwortlich für Fords Sponsoring-Portfolio in Deutschland war, welches unter anderem die UEFA Champions League und Formel 1 umfasst, lag das Hauptaugenmerk der meisten Marken allein auf Markenpräsenz. Seitdem haben sich nicht nur die Budgets, sondern auch der Umfang der Aktivierung und das Level an Professionalität innerhalb der Branche erheblich vergrößert.

Ein Gebiet, welches jedoch von einer Großzahl an Sponsoren weitgehend ungenutzt bleibt, ist interne Aktivierung. Während Verantwortliche ziemlich viele Mittel dafür aufbringen, externe B2B- oder B2C-Zielgruppen zu erreichen, mangelt es ihnen meist daran, das Sponsoring-Potential zugunsten deren eigener Mitarbeiter zu nutzen. Dadurch entgeht ihnen nicht nur eine einfache Möglichkeit, unter ihren Kollegen Stolz zu erzeugen und diese zu motivieren, sondern sie lassen sich auch die Chance entgehen, diese als Markenbotschafter gegenüber deren Familien, Freunden und Umfeld einzusetzen. Im Hinblick auf den oft zitierten „War for talent“, kann dies durchaus ein kostspieliges Versäumnis darstellen.

Optimy: Was ist interne Sponsoring Aktivierung und wie kann man seine Mitarbeiter am besten einbinden? Gibt es Beispiele?

Joachim: Aus meiner Sicht konzentriert sich interne Sponsoring Aktivierung im Wesentlichen um drei Bereiche: Information, Partizipation und Motivation.

Entscheidend ist, dass Mitarbeiter über jegliches Sponsoring und dessen Ziele informiert sind und diese verstehen, d.h. warum das Unternehmen oder die Marke sich dafür entschieden hat. Partizipation kann viele verschiedene Formen annehmen, angefangen bei Sonderrabatten auf Merchandise, der die visuelle Kommunikation der Partnerschaft unterstützt, über Mitarbeiterevents, auf denen der Sponsoring-Partner präsent ist, zum Beispiel bei „Town Hall Meetings“. In Sachen Motivation geht es um „Money can’t buy opportunities“- Mitarbeiter, die sich aus Überzeugung über deren Aufgaben hinaus engagieren oder deren Ziele überschreiten.

Optimy: Gibt es spezielle Märkte oder Branchen in denen interne Aktivierung weiter verbreitet ist und eventuell auch besser genutzt wird?

Joachim: Basierend auf meinen eigenen Erfahrungen, meinen Reisen und Forschungen, habe ich festgestellt, dass insbesondere in den USA oder innerhalb internationaler Unternehmen mit Ursprung in den USA, interne Programme fester Bestandteil der meisten Sponsorings sind. Das mag darauf zurückzuführen sein, dass Mitarbeiterfluktuation dort zumeist stärker ist und Engagement und Beteiligung der Schlüssel zu Loyalität ist.

Optimy: Was sind externe und interne Vorteile eines erhöhten Engagements von Mitarbeitern in Sponsoringaktivitäten? Wie kann man diese messen (KPIs)? 

Joachim: Einfach ausgedrückt neigen Mitarbeiter, die nicht nur verstehen was ihr Unternehmen in Sachen Marketing und Kommunikation unternimmt, sondern auch warum, mehr dazu „an Bord“ zu sein. Als Ergebnis wird dadurch deren Zufriedenheit und Stolz gesteigert, was wiederum zu stärkerer Loyalität und letztendlich Hingabe für das Unternehmen führt. Deshalb denke ich, dass interne Aktivierung auf diesem Gebiet jeden Cent wert ist. Einige KPIs sind Mitarbeiterbindung, -zufriedenheit und -engagement.

Optimy: Worin sehen Sie die Gründe für das Versäumnis dieser Möglichkeit, Sponsorings für interne Zwecke zu nutzen? Was sind eventuelle Hindernisse? 

Joachim: Die einfache Erklärung ist in manchen Fällen, dass Mitarbeiterloyalität als gegeben angesehen wird – was nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte. Heutzutage sind „weiche Faktoren“ wie Firmenphilosophie und Corporate Social Responsibility allgemein genauso wichtig für potentielle Bewerber, wie materielle Kompensation. Mit anderen Hindernissen, wie Steuervorschriften hinsichtlich Mitarbeitervorteilen in einigen Ländern, kann sich auseinandergesetzt und können Lösungen gefunden werden.

Optimy: Wie können Sponsoring- und HR-Abteilungen besser zusammenarbeiten und kommunizieren um zugleich externe Marketingziele und interne Mitarbeiterbindungsziele zu erfüllen?

Joachim: Einer der Vorteile von Sponsoring als Kommunikationsdisziplin im Vergleich zu anderen Formen wie Werbung, ist dessen Relevanz für die gesamte Organisation über Marketing, Vertrieb und PR hinaus. „Employer Branding“ ist ein typisches Beispiel, welches mindestens diese Abteilungen sowie HR an einen Tisch bringt. Dies sollte nicht erst im Nachhinein erfolgen, sondern von Anfang an oder sogar davor eine Rolle spielen, wenn es darum geht Förderprogramme gegen die Unternehmensziele abzuwägen. Anwendungen und Technologien wie die Optimy-Software können dabei helfen, diese Prozesse effizient und transparent zu managen um alle Vorteile, die ein solches Förderprogramm bietet, komplett auszunutzen.

Kurz zusammengefasst: Unsere Takeaways

#1 Nehmen Sie Mitarbeiterloyalität nicht als gegeben hin! Mitarbeiter müssen sich mit Ihrer Unternehmensphilosophie identifizieren können, um mit vollem Einsatz dabei zu sein.

#2 Interne Sponsoring Aktivierung kann die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter steigern, was im Gegenzug zu stärkerer Hingabe und besserer Leistung führen kann.

#3 „Employer Branding“ beginnt am Angang: Behalten Sie bei der Auswahl Ihrer Förderprogramme auch Ihre HR-Ziele im Hinterkopf.

#4 Optimy kann Ihnen dabei helfen, die richtigen Sponsoring-Projekte auszuwählen, die gleichzeitig Ihre Marketing- und HR-Ziele erfüllen.


Über Joachim Lange:  

 
 

Joachim_Lange.jpg

Joachim Lange begann seine Karriere 1984 bei Ford Motor Co. Seitdem war er im Marketing und Vertriebsmanagement in Deutschland, England und den USA tätig. Als Sales Promotion Manager war er für das Sponsoring-Portfolio des Automobilherstellers in Deutschland zuständig (UEFA Championsleague, F1, sowie Vereinsförderung, Kunst & Kultur). Seit 2000 hat der MBA-Absolvent der London Business School für verschiedene Rechteinhaber (Marketing- und Vertriebsleiter für den 1. FC Köln) und Agenturen (Global Head of Sponsoring bei Ogilvy & Mather) gearbeitet. 2013 gründete er sein eigenes Unternehmen COMASCO, welches Einzelpersonen, Marken und Organisationen zu deren Sponsoringstrategie, Aktivierung und Controlling berät.


Seit 2011 vereinfachen wir bedeutungsvolle Projekte.
Optimy ist die kundenorientierteste Software für Sponsoring
und Förderungs Management. Sammeln, selektieren
und verwalten Sie alle Ihre Projekte in einem einzigen Tool.

AUF GEHT’S