Vorwettbewerbliche Zusammenarbeit in Sachen CSR erklärt

Seit langem sehen Unternehmen ihre soziale Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit als Möglichkeit, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, wobei sie sich nicht unbedingt nur um die gute Wirkung ihres Produkts kümmern, sondern vielmehr um ihre Marktstellung. Mit der Veränderung der Konsumentenbasis und dem Drängen nach mehr von seiten der Mitarbeiter, beginnen die Unternehmen nun wirklich zu sehen, wie sie einen Wandel herbeiführen können. Aber eine Veränderung zu wollen, bedeutet natürlich nicht, dass sie aufhören werden, sich um ihre Gewinne oder Marktanteile zu kümmern.

Was ist vorwettbewerbliche Zusammenarbeit?

Vorwettbewerbliche Zusammenarbeit ist die Zusammenarbeit von zwei (oder mehr) potenziellen konkurrierenden Unternehmen, die auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Hier kommen Aktionäre verschiedener Unternehmen zusammen, die die gleichen „Schwachstellen“ teilen und nach einer Lösung suchen.

Diese Organisationen neigen dazu, sich auf die eine oder andere Weise zusammenzuschließen.

Die erste beginnt mit einer einzelnen Organisation, die bereits an einer Lösung für ihr eigenes Problem arbeitet. Wenn die konkurrierenden Unternehmen davon zu hören beginnen und eine Zusammenarbeit anstreben, ist dies kein einzigartiges Problem, sondern eines der Branchen.

Die zweite Möglichkeit liegt in der offenen Kommunikation gleich von Anfang an. Die Gesellschafter konkurrierender Unternehmen diskutieren die verschiedenen Schwachstellen und entscheiden sich gemeinsam für eine Lösung.

Wie auch immer die vorwettbewerbliche Zusammenarbeit beginnt, das Ergebnis ist für die gesamte Branche gedacht. Dies würde es ermöglichen, voranzuschreiten und eine Hürde oder Barriere zu überwinden, die allen im Wege stand. Auch wenn die Idee einer vorwettbewerblichen Zusammenarbeit niemandem einen Vorteil verschaffen sollte, so schaffen es doch einige Unternehmen immer noch die Nase vorn zu haben. Dies ist jedoch tendenziell auf die Ergebnisse der Lösung und auf intelligentere Strategien zurückzuführen. Da jedes Unternehmen die Kontrolle darüber hat, wie es seine Lösung nutzt und vermarktet.

Wie funktioniert die vorwettbewerbliche Zusammenarbeit im Bereich CSR?

Soziale Unternehmensverantwortung (corporate social responsibility) und vorwettbewerbliche Zusammenarbeit funktionieren auf eine andere Weise, da Marktanteile und Gewinne der Unternehmen nicht im Vordergrund stehen (was nicht bedeutet, dass man nicht daran denkt).

Unternehmen können beispielsweise im Rahmen ihrer CSR zur Katastrophenhilfe zusammenarbeiten. Nach einer schrecklichen Naturkatastrophe z.B. haben alle das gleiche Ziel – den Bedürftigen zu helfen. Egal, ob es sich dabei um Obdachlose, Verletzte oder Hilflose handelt.

Dies kann auch für die Nachhaltigkeit der Produkte gelten. Die Verbraucher interessieren sich mehr und mehr für die Produkte, die sie kaufen, wobei sich alle 1-in-2 Menschen als glaubensgetriebene Käufer identifizieren. Das bedeutet, dass sie nur von Unternehmen/Organisationen kaufen, die ihren sozialen und politischen Überzeugungen entsprechen (mehr über BDB erfahren Sie hier). Auf diese Weise versucht eine Branche einen Weg zu finden, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verbessern, um die Verbraucher zufrieden zu stellen und sich weniger Sorgen um die Auswirkungen auf ihren Marktanteil zu machen.

Zusammenarbeit fehlgeschlagen

Es gibt jedoch immer noch einige Probleme mit der vorwettbewerblichen Zusammenarbeit. Es scheint eine feine Grenzlinie zwischen Zusammenarbeit und Absprache zu bestehen. Ein Unternehmen muss darauf achten, dass es bei der Entwicklung eines neuen Produkts oder einer Änderung, die sich auf die Branche auswirkt, dies auf eine Weise unternimmt, ohne andere in der Branche irrezuführen oder zu betrügen. Und dabei auch die gesamte Branche im Blick hat und nicht nur das Interesse eines einzelnen Unternehmens.

So hat die EU beispielsweise hohe Geldbußen an Unilever und Procter & Gamble (P&G) wegen Verletzung des Wettbewerbsrechts in acht Ländern aufgrund ihrer vorwettbewerblichen Zusammenarbeit verhängt.

Diese beiden Unternehmen haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um ein leistungsfähigeres Waschmittel zu entwickeln, das mehr Waschgänge in kleineren Verpackungen ermöglicht und bei niedrigeren Temperaturen besser funktioniert. Ihr Ziel bestand darin, den Verpackungs- und Energiebedarf für jede Wäsche zu senken.

Da das Produkt in eine kleinere Verpackung eingepackt wurde, obwohl es für die gleiche Zeitspanne hält, befürchteten die Organisationen, dass die Leute es nicht zum gleichen Preis wie die größeren Kartons kaufen würden (die Psychologie von „noch mehr fürs Geld zu bekommen”). Sie schufen dann die vorwettbewerbliche Zusammenarbeit, um das Produkt gleichzeitig auf den Markt zu bringen, ohne dabei potenzielle Kunden zu verlieren.

Obwohl sie die Abfallmenge und den Energieverbrauch erfolgreich gesenkt haben und damit zur Nachhaltigkeit beitragen, verstießen sie auch gegen das Wettbewerbsrecht. Joaquim Almunia, Vizepräsident der Europäischen Union für Wettbewerbspolitik, betonte, dass die drei Unternehmen 2002, ihre Bemühungen zu koordinieren begannen. Sie „versuchten sicherzustellen, dass niemand diese Initiative nutzen konnte, um sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen zu verschaffen, und vereinbarten daher, ihre jeweiligen Marktanteile zu schützen. Sie vereinbarten auch, die Preise nicht zu senken, wenn sie die Größe der Pakete verringern, auch wenn sie danach einer Preiserhöhung zustimmten.“ (aus The Guardian).

Wir glauben, dass eine vorwettbewerbliche Zusammenarbeit, wenn sie richtig abläuft, unglaublich leistungsfähig sein kann. Man hat somit die Möglichkeit, große Veränderungen effektiver und für eine ganze Branche durchzuführen. Aus diesem Grund haben wir sie in unsere Liste der Top 10 Corporate Responsibility Trends für 2019 aufgenommen! Um unsere anderen 9 Trends kennenzulernen, klicken Sie hier und laden Sie sie kostenlos herunter.

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